2018-02-18 | „Heute bei dir“: Auftakt im Pius-Gymnasium, Aachen

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Am ersten Fastensonntag-Nachmittag fand die Initialveranstaltung des synodalen Gesprächs- und Veränderungsprozeßes im Bistum Aachen in der Aula des Piusgymnasiums in Aachen statt. Eingeladen hatte Bischof Dr. Helmut Dieser und sein Projektteam „Heute bei dir“, siehe Ankündigung: hier und Rückblick: hier.

Dazu gab es eingangs Kuchen und abschließen eine eigentlich leckere Gulaschsuppe, die jedoch ein wenig symptomatisch für den Zustand der Kirche in Deutschland und auch im Bistum Aachen war: Es fehlte an geschmackvollem Salz. Dazu sagte Jesus einst:
Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden.“ (Mt 5,13).

Nach persönlicher Begrüßung der Gäste durch den Bischof referierten er und sein Team eingangs über den Ersten Baustein des synodalen Prozesses: Die „Eat & Meet“-Tour der Kirchenleitung: Bischof Dr. Dieser, Weihbischöfe Dr. Bündgens und Borsch, sowie Generalvikar Dr. Frick. Jeder kann eine dieser Personen (+Schreiber) zu sich an den Küchentisch einladen („Küchentisch-Tour“) um mit ihr über Sorgen und Wünsche hinsichtlich der Kirche zu sprechen. Ziel dieses Sondierungsprozesses soll es sein, die Kirche – und insbesondere Jesus Christus – wieder zu den Menschen zu bringen.  Dazu braucht es Ideen und Strategien. Potentielle Termine sind bereits hier aufgelistet: http://heute-bei-dir.de/aktuelles/index.html. Darüber hinaus gibt es 8 „Eat & Meet“-Termine in größerem Rahmen, beginnend am 1. März mit Bischof Dieser in der Viersener Generatorenhalle. Alle Termine: hier.

Nach einer Zeit des Austausches insbesondere der Gäste untereinander kam es zu einer Diskussion mit dem Bischof: Gäste konnten Fragen zum synodalen Erneuerungsprozeß stellen und der Bischof antwortete. Es kamen Bedenken auf, dass dieser ganze Prozeß und deren Ergebnis – wie früher bereits geschehen – wieder in der Schublade verschwindet und wieder nur eine finanziell getriebener Schrumpfungsprozess verwaltet wird. Auch Ängste zur Bildung von Großgemeinden wurden artikuliert. Es gab aber auch Wortmeldungen, die anmahnten, dass bei aller nötigen Strukturreform zunächst wieder Chistus in den Mittelpunkt gerückt werden muß. Dazu bedarf es katechetischer und spiritueller Angebote und Fortbildungen. Dem konnte der Bischof nur zustimmen, steht doch der ganze synodale Prozeß unter der Überschrift „Evangelisation“, siehe Skizze des synodalen Prozesses: Übersicht als pdf-Dokument. Später werden dazu auch Projektgruppen ins Leben gerufen werden.

Insgesamt war es eine Mut-machende Auftaktveranstaltung, auch wenn der synodale Prozess selbst iterativer Natur und auch ergebnisoffen ist, wie der Bischof versicherte.

Nur eins sollte eigentlich jedem klar sein: Sollte es der Kirche (und allen seinen Mitgliedern) nicht gelingen, die frohe Botschaft Jesu Christi an die Menschen von heute zu vermitteln, dann hat Kirche als Volkskirche keine Zukunft.

In der Einführungssstunde des Alpha-Kurses bringt der anglikanische Gründer Nicky Gumbel folgende Anekdote, die uns nachdenklich stimmen sollte:

In der Zeitschrift Private Eye erschein ein Artikel mit dem Titel: „Gott tritt aus der Kirche aus.“ Darin heißt es: „Dem Beispiel ehemaliger führender Anglikaner folgend hat der Allmächtige angedeutet, dass auch Er die Kirche von England verlassen wird. Aus Seiner engsten Umgebung verlautete, dass hinter der plötzlichen Entscheidung, zur katholischen Kirche zu konvertieren, der Streit um die Frauenordination steht. Nach verlässlichen Quellen war Er schon seit einiger Zeit nicht mehr mit dem Kurs der anglikanischen Kirche zufrieden; jetzt hat Er genug. Ein Sprecher erklärte: „Gott zu verlieren ist natürlich schon ein Schlag – aber damit werden wir eben leben müssen.“

Wir sollten uns nicht damit abfinden, Gott zu verlieren! Beten wir darum, dass der Heilige Geist Raum nehmen kann, dass lebendiger Glaube neu entstehen und wachsen kann.

Abschließend: Fastenhirtenbrief des Bischofs: Link.

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