2020-11-07 | Johannes Hartl: Leben als Königskind

Der Vortrag von Johannes Hartl ist schon ein paar Jahre alt aber immer noch hoch aktuell: Es geht darum, was unsere Seele davon abhält, als Königskind zu leben – zu dem sie berufen ist, wie nachfolgende Bibelzitate belegen. Um die Ketten aufzuspüren, braucht es etwas an Psychiologie …

Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

Joh 1, 11-13

Seht, welche Liebe uns der Vater geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es. Deshalb erkennt die Welt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes. Doch ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Jeder, der diese Hoffnung auf ihn setzt, heiligt sich, so wie er heilig ist.

1 Joh 3, 1-3

Die Bibelzitate sind wirklich starke Worte des Apostels Johannes über unsere Stellung bei Gott. Wir haben diese Sellung nicht, weil wir sie uns verdient oder erarbeitet hätten. Nein, jede Kindschaft ist Gnade, ist ein Geschenk.
Leben wir schon wie Kinder des Allerhöchsten mit der Identität Königskind? Oder suchen wir noch Anerkennung und totale Liebe bei den Menschen? In „Leben als Königskind“ thematisiert Johannes Hartl unsere Identitätskrise mit dem daraus erwachsenden Fehlverhalten. In Teil #1 gliedert er 9 Punkte unter
„Meine Identität ergreifen“:

  1. Das weinende Kind (in mir) nicht wegschicken
  2. Den eigentlichen Schmerz wahrnehmen
  3. Von Waisen*-Wegen umkehren (siehe dazu auch Vortrag Teil 2)
  4. Jesus, zeige mir den Vater
  5. Hl. Geist, offenbare mir meine Identität
  6. Vater, tröste mich
  7. Mich selbst väterlich leiten
  8. Dankbar leben
  9. Die Wahrheit proklamieren

*) Jesus selbst sagt uns zu, dass wir keine Waisen bzw. Knechte mehr sind:

Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

Joh 15,15

Doch die Identität Gotteskind kommt nicht erst mit Jesus; sie ist schon im Alten Testament angelegt, es ist Gottes Wille für uns Menschen:

Ihr seid Kinder des HERRN, eures Gottes.

5 Mo 14,1

Schauen Sie sich nun gern den Vortrag von J. Hartl vom Gebetshaus Augsburg aus dem Jahr 2013 in 2 Teilen an:

Im Zweiten Teil spricht Hartl von „Waisen-Wegen in Beziehungen“. Gemeint sind Verhaltensmuster in Beziehungen, die nicht einer Königskind-Identität sondern einer Waisen-Identität entspringen. Er listet als problematische Wege auf:

  1. Angst vor Gefühlen Anderer
  2. Drüberstehen wollen
  3. Retten wollen + Hypersensitivität
  4. Geheime Komplizenschaft (mit Leidenspartner)
  5. Gesprächsverweigerung & Trotz
  6. Aggression + Verführung
  7. Sexuelle Perversion
  8. Gefallsucht
  9. Neid

Lösungen – sagt Hartl – können nur vom Geist (nicht von der gebeutelten Seele) kommen. Die aktiven Schritte zur Lösung sind langwierig:

  1. Stop sagen zu schlechtem Verhaltensmuster
  2. Verhaltensmuster durchschauen
  3. Liebevoller Selbst-Dialog
  4. Dein Muster brechen
  5. Alternatives Muster einüben
  6. Mich mit Weisheit nähren

Aber schauen Sie sich den Vortrag selbst an:

Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei.

Joh 8,36

Titelfoto von press 👍 and ⭐ auf Pixabay

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