2021-01-31 | Gibt es Dämonen?

Im heutigen Evangelium hören wir von einem Mann, der von einem unreinen Geist – von einem Dämon – besessen war. Gibt es so etwas überhaupt?

Der Deutschlandfunk berichtete 2020 über Dämonen in Zusammenfassung wie folgt:

„Was von Dämonen übrig blieb
Die Evangelien berichten, dass Männer und Frauen zu Jesus kamen, die von bösen Geistern besessen waren. Heute würde man sagen: Sie waren psychisch krank und brauchten medizinische Hilfe. Doch die Vorstellung, dass Satan aus Menschen ausgetrieben werden muss, lebt weiter – mit gefährlichen Folgen.“

https://www.deutschlandfunk.de/von-boesen-maechten-was-von-daemonen-uebrig-blieb.2540.de.html?dram:article_id=477698

Wikipedia beginnt mit folgender nichtchristlichen Definition:

„Als Dämon (Plural Dämonen, von altgriechisch δαίμων daímōn) wird in verschiedenen Mythologien, Religionen und mystischen Lehren zunächst ein „Geist“ oder eine Schicksalsmacht (δαιμόνιον daimónion) als „warnende oder mahnende Stimme (des Gewissens)“ und „Verhängnis“ verstanden. Unter christlichem Einfluss wandelte sich die Bedeutung dann bis zu einem Handlanger des „Teufels“ (…)“

https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%A4mon

Kathpedia hingegen erklärt: „Dämonen sind nach kirchlicher Lehre gefallene Engel. Sie haben sich von Gott abgewandt und sich freiwillig dem Teufel (in roman. Sprachen auch „Dämon“ genannt) unterstellt. Die Engel sind geistig-personale Wesen, die von Gott gut geschaffen wurden. Dämonen haben verschiedene Namen, so zum Beispiel böse Geister. Sie versuchen zusammen mit ihrem Anführer die Menschen (auf dem Weg zu Gott) zum Bösen zu verleiten.“

Die katholische Glaubenslehre (Katechismus, KKK) erklärt:

Satan oder der Teufel und die weiteren Dämonen waren einst Engel, sind aber gefallen, weil sie sich aus freiem Willen weigerten, Gott und seinem Ratschluß zu dienen. Ihre Entscheidung gegen Gott ist endgültig. Sie suchen, den Menschen in ihren Aufstand gegen Gott hineinzuziehen.

KKK 414

Wie kam es aber dazu, dass aus guten Engeln böse Dämonen wurden? Der Katechismus erklärt:

Der Fall der Engel
391 Hinter der Entscheidung unserer Stammeltern zum Ungehorsam steht eine verführerische widergöttliche Stimme [vgl. Gen 3,1-5.], die sie aus Neid in den Tod fallen läßt [vgl. Weish 2,24]. Die Schrift und die Überlieferung der Kirche erblicken in diesem Wesen einen gefallenen Engel, der Satan oder Teufel genannt wird [vgl. Joh 8,44; Offb 12,9.]. Die Kirche lehrt, daß er zuerst ein von Gott erschaffener guter Engel war. ,,Die Teufel und die anderen Dämonen wurden zwar von Gott ihrer Natur nach gut geschaffen, sie wurden aber selbst durch sich böse“ (4. K. im Lateran 1215: DS 800).
392 Die Schrift spricht von einer Sünde der gefallenen Engel [vgl. 2 Petr 2,4.]. Ihr ,,Sündenfall“ besteht in der freien Entscheidung dieser geschaffenen Geister, die Gott und sein Reich von Grund auf und unwiderruflich zurückwiesen. Wir vernehmen einen Widerhall dieser Rebellion in dem, was der Versucher zu unseren Stammeltern sagte: ,,Ihr werdet sein wie Gott“ (Gen 3,5). Der Teufel ist ,,Sünder von Anfang an“ (1 Joh 3,8), ,,der Vater der Lüge“ (Joh 8,44).
393 Wegen des unwiderruflichen Charakters ihrer Entscheidung und nicht wegen eines Versagens des unendlichen göttlichen Erbarmens kann die Sünde der Engel nicht vergeben werden. ,,Es gibt für sie nach dem Abfall keine Reue, so wenig wie für die Menschen nach dem Tode“ (Johannes v. Damaskus, f. o. 2,4).

KKK 391 – 393

In der Offenbarung des Johannes lesen wir über den Engelsturz:

7 Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, 8 aber sie hielten nicht stand und sie verloren ihren Platz im Himmel. 9 Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen. 10 Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Königsherrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten; denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte. 11 Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes und durch ihr Wort und ihr Zeugnis. Sie hielten ihr Leben nicht fest, bis hinein in den Tod. 12 Darum jubelt, ihr Himmel und alle, die darin wohnen. Weh aber euch, Land und Meer! Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen; seine Wut ist groß, weil er weiß, dass ihm nur noch eine kurze Frist bleibt.

Offb 12, 7-12

Im neuen Testament kommt das Wort Dämon(en) 22 mal vor. Jesus begegnet diesen Geistern meist in Menschengestalt. Unter gewissen Umständen können Dämonen nämlich in den Körper von Menschen eindringen und diesen dominieren. Man spricht in diesem Fall von einer Besessenheit des Menschen. Den Prozess der Befreiung eines Menschen vom Dämon nennt man exorzieren. Jede Hinwendung des Menschen zu Gott hat exorzierende Wirkung, da der böse Geist dies nur schwer erträgt, da er noch in dem Menschen wohnt. Exorzieren ist meist ein langwieriger Prozess und oft ist der Betroffene allein nicht in der Lage, den Parasiten allein abzuschütteln. Durch Gebet zu Gott können Mitchristen an dieser Befreiung mitarbeiten.

Die CE bietet dazu beispielsweise zwei Handbücher an: Gebet um Befreiung und Deliverance Ministry. Es wird dringend empfohlen, nicht leichtfertig und auf eigene Faust in den Befreiungsdienst zu ziehen, sondern gut vorbereitet im Gebetsteam. Bei Jesus, dem Sohn Gottes hingegen reicht ein kurzer Befehl wie: „Da drohte ihm [dem Dämon] Jesus: Schweig und verlass ihn!“ (Lk 4,35), „Er trieb den Dämon aus und der Stumme konnte reden.“ (Mt 9,33). Diese imperative Form der Austreibung ist dem vom Bischof ernannten Exorzisten vorbehalten. Dieser nutzt im Befreiungsdienst wenn nötig den Exorzismus, ein von der Kirche festgeschriebenes imperatives Gebet, welches eine Sakramentalie ist. Sehr wirksam ist aber bereits der Empfang der Sakramente, besonders der Hl. Beichte. Auch das Beten des Rosenkranzes gilt als exorzierend wirksam.

Müssen wir nun Angst haben vor den Dämonen? Solange wir ein Leben ausgerichtet auf Gott leben, dann nein! Wir haben ja auch einen Schutzengel. Die Sünde hingegen ist ein potentielles Einfallstor für solche Geister.

Jemand mag den obigen Ausführungen widersprechen: Na, Dämonen und Besessenheit war vielleicht zu Lebzeiten Jesu ein Thema, aber wir leben in einer aufgeklärten Zeit. Vieles läßt sich medizinisch und naturwissenschaftlich erklären. Ja, vieles schon, aber speziell die transzendente Welt naturgemäß nicht. Das Geschöpf Mensch wie das Geschöpf Engel (und somit auch der abgefallene Dämon) besitzen nach ihrer Erschaffung durch Gott eine ewig bestehende Seele. Folglich sind Dämonen (wie Engel) auch heute nicht „ausgestorben“.

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Wissen Kompakt: 12 Dinge, die jeder Christ über die Engel wissen sollte (CNA 2020):
https://de.catholicnewsagency.com/story/zwolf-dinge-die-jeder-christ-uber-die-engel-wissen-sollte-1472

Siehe auch unseren Beitrag: toitoitoi-denn-sie-wissen-nicht-was-sie-tun/
Zum Thema Exorzismus siehe auch: https://www.fatherspeaks.net/exorcism_de.htm
Aktuell auch bei CNA: Der Exorzist von Rom: Pater Candido Amantini: https://de.catholicnewsagency.com/article/der-exorzist-von-rom-pater-candido-amantini-1215

In einem späteren Artikel werden die drei himmlischen Zustände:
Hölle, Fegefeuer und Himmel thematisiert.

Titelfoto by Pedro Lastra on Unsplash

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