2022-05-28 | Quis ut Deus?

Statue St. Michael, Salzburg

„Quis ut Deus?“ – „Wer ist wie Gott?“
Ein sehr altes Erzengel-Michael-Fest wurde am 8. Mai gefeiert und war noch im Römischen Messbuch vor 1962 zu finden. Es ist das zweite Fest neben dem 29. September zu Ehren des Erzengels Michael, der ja auch Schutzpatron Deutschlands ist und bereits 813 von Karl dem Großen zum Schutzpatron des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ausgerufen wurde.
Dieses Jahr gibt es ein besonderes Jubiläum. Vor 1.000 Jahren pilgerte der deutsche Kaiser und Heilige Heinrich II. nach Süditalien zur Grotte von Monte Gargano, wo der hl. Erzengel mehrmals erschienen war. Heinrich erzählte später von diesem Besuch. Er sei nachts in der Michaelsgrotte geblieben. Dort sei ihm der Erzengel Michael begegnet. Der hl. Erzengel habe ihm das Evangeliar zum Kuß gereicht und den Kaiser an der Hüfte berührt. Seither würde er hinken. Heinrich hat den Erzengel gefragt, ob er der Schutzpatron Deutschlands sein will, worauf Michael geantwortet habe: „Ja, solange Deutschland sich dessen würdig erweist.“
Der hl. Franziskus pilgerte 1216, wie auch Bruder Ägidius, zum Heiligtum des hl. Erzengel Michael.
Im alten römischen Brevier bis 1960 finden wir in der Matutin zum Fest der Erscheinung des Erzengels Michael folgende Lesungen, die sich wahrscheinlich auf das Jahr 493 beziehen:

„Es geschah nämlich, daß der Stier eines Hirten auf dem Gargano sich von der Herde entfernte; nach langem Suchen fand man ihn wie er am Eingang einer Höhle sich verfangen hatte. Da schoß einer mit dem Pfeil nach dem Stier, um ihn zu töten. Der Pfeil kehrte sich jedoch um und flog auf den Schützen zurück. Da bekamen alle Anwesenden und allmählich auch die andern große Angst und keiner traute sich mehr in die Nähe der Höhle. Da wandten sich die Leute an ihren Bischof; dieser erwiderte, man müsse Gott um Aufschluss in der Sache bitten und ordnete ein dreitägiges Fasten und Beten an (5. Lesung). Nach drei Tagen offenbarte der Erzengel Michael dem Bischof, dieser Ort stehe in seiner Obhut; er habe durch dieses Zeichen dartun wollen, dass dort zum Andenken an ihn und alle Engel eine Gottesdienststätte errichtet werden solle. In der Folge wurde das Heiligtum durch viele Wunder verherrlicht (6. Lesung)“.

Insgesamt erschien der hl. Erzengel Michael viermal auf dem Monte Gargano, zuletzt im Jahre 1656, als die Pest in Italien wütete. Sankt Michael empfahl dem Bischof von Siponto, Steinchen aus seiner Grotte in die Häuser und Orte zu bringen, um sie vor dem schwarzen Tod zu schützen, was auch geschah.
Möge der hl. Erzengel Michael, dessen Gebet wir nach den stillen Hl. Messen (alter Ritus) beten, uns in diesen schwierigen Zeiten immer zur Seite stehen.
Sein Name ist Programm: „Quis ut Deus?“ – Wer ist wie Gott? – denn er gibt Gott immer die Ehre, wie wir es auch tun sollten!

P. Martin Michael Klein
Text aus FSSP-Rundbrief Oberhausen 05.2022


Siehe auch:
Heft: Novene zum Erzengel Michael
https://www.parvis.ch/de/buecher-kleinschriften/novene-zum-erzengel-michael
„Papst Leo XIII. sah in einer Vision den Sturz der gefallenen Engel auf diese Erde. Der Einbruch der Mächte der Finsternis war so gewaltig, dass Leo XIII. vorschrieb, dass nach jeder stillen Messe drei Ave-Maria, das Salve Regina und das Gebet zum Erzengel Michael gebetet werden müssen. Leider wurde diese Vorschrift bei der Liturgiereform aufgehoben. Seither ist ein solcher Einbruch dämonischer Kräfte erfolgt, dass Papst Paul VI. erklärte, der Rauch Satans sei in das Innere der Kirche eingedrungen. (…)“

Zur Michaelsnovene siehe z.B.:
https://www.michaelsnovene.de/


Gebet zum Hl. Erzengel Michael, das zum täglichen Gebet sich empfiehlt

Latein:

„Sancte Michael Archangele,
defende nos in proelio;
contra nequitiam et insidias diaboli esto praesidium.
‚Imperet illi Deus‘, supplices deprecamur:
tuque, princeps militiae coelestis,
satanam aliosque spiritus malignos,
qui ad perditionem animarum pervagantur in mundo,
divina virtute in infernum detrude.
Amen.“

Deutsch:

„Heiliger Erzengel Michael,
verteidige uns im Kampfe:
gegen die Bosheit und die Nachstellung des Teufels, sei unser Schutz.
‚Gott gebiete ihm‘, so bitten wir flehentlich;
du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen,
stoße den Satan und die andern bösen Geister,
die in der Welt umhergehen, um die Seelen zu verderben,
durch die Kraft Gottes in die Hölle.
Amen.“[6]

Christus im Kreise der Engelchöre

Fotos: A. Vogg

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